Seit 1. Jänner 2020 können Menschen, die 45 Jahre lang gearbeitet haben, endlich wieder ohne Abschläge in Pension gehen. Das ist gerecht, leistbar und muss so bleiben. 45 Jahre sind genug! Ohne Abschläge in Pension!

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45 Jahre sind genug!

Seit 1. Jänner 2020 können Menschen, die 45 Jahre lang gearbeitet haben, endlich wieder ohne Abschläge in Pension gehen. Das ist gerecht, leistbar und muss so bleiben. 45 Jahre sind genug! Ohne Abschläge in Pension!

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Betroffene erzählen

Johann Gschwandtner

Schweißer, Salzburg

Bis zu meinem Pensionsantritt habe ich insgesamt 46 Jahre und 6 Monate gearbeitet. Trotz meiner vielen Arbeitsjahre müsste ich mit der alten Pensionsregelung aber 12,6 Prozent Abschläge hinnehmen.

Mein Name ist Johann Gschwandtner. Ich begann meine Lehre als Betriebsschlosser 1974 im Eisenwerk Sulzau-Werfen. Nach Abschluss meiner Lehrzeit und sechs Monaten Bundesheer begann ich meine Arbeit wieder im Eisenwerk. Ich wurde als Schweißer eingesetzt und bin es noch immer. Mehr als 40 Jahre Schweißen mit Belastungen wie Schweißrauch, UV-Strahlung und Dämpfen waren trotzdem für die Schwerarbeitspension zu wenig.
Ich werde heuer 62 Jahre alt. Bis zu meinem Stichtag für einen Pensionsantritt am 1. Jänner 2021 habe ich dann insgesamt 46 Jahre und 6 Monate gearbeitet. Trotz meiner vielen Arbeitsjahre müsste ich mit der alten Pensionsregelung aber 12,6 Prozent Abschläge hinnehmen.
Diese Bestrafung mit Abschlägen für ein Leben voller Arbeit empfinde ich als ungerecht. Das ist nun vorbei – aber hoffentlich bleibt es auch dabei. Durch die Abschaffung der Abschläge habe ich 270 Euro netto mehr Pension. Ich bin daher überzeugt, dass das Pensionsantrittsalter sogar steigen wird, weil viele weiterarbeiten werden, bis sie abschlagsfrei in Pension gehen können.

Günther Feichtner

Schichtarbeiter, Oberösterreich

Ich wünsche mir auch für meine Kollegen und Kolleginnen, dass sie nach einem arbeitsreichen Leben in eine Pension ohne Abschläge gehen können.

Ich bin Günther Feichtner. Am 9. April 1958 erblickte ich das Licht der Welt. Mit 15 Jahren begann ich zu arbeiten. Mein Arbeitsleben hat bis jetzt 47 Jahre gedauert, die letzten 40 Arbeitsjahre habe ich in einer metallverarbeiteten Firma im Innviertel verbracht. Ich war in der Löterei beschäftigt und habe auch viele Jahre in der zweiten und dritten Schicht gearbeitet. Die Arbeit war nicht leicht, trotz allem habe ich gerne im Unternehmen gearbeitet sonst wäre ich nicht 40 Jahre geblieben.
Ich bin der Meinung, nach 47 Jahren Arbeit und Pensionsbeiträgen habe ich es verdient, abschlagsfrei in die Pension gehen zu können. Bei meinem Pensionsantritt bin ich 62 Jahre und möchte gesund bleiben und meine Zeit mit Familie, Freunden und Hobbys verbringen. Ich wünsche mir das auch für meine Kollegen und Kolleginnen, dass sie nach einem arbeitsreichen Leben in eine Pension ohne Abschläge gehen können. Nach dem Motto 45 Jahre sind genug.

Kurt Fleischhart

LKW-Fahrer, Niederösterreich

Ich bin 63 und kann heuer mit der Hacklerregelung ohne Abschläge in Pension gehen. Sofern die Regierung Kurz das nicht wieder rückgängig macht.

Mein Name ist Kurt Fleischhart. Ich habe mit 15 Jahren angefangen zu arbeiten. Jetzt bin ich 63 und kann heuer mit der Hacklerregelung ohne Abschläge in Pension gehen. Das macht bei mir 300 Euro mehr Pension aus. Sofern die Regierung Kurz das nicht wieder rückgängig macht. Ich will nicht bestraft werden dafür, dass ich fast 48 Jahre lang hart gearbeitet habe.
Begonnen habe ich mit einer Lehre als Maler- und Anstreicher. Später war ich LKW-Fahrer. Zuerst rund elf Jahre für eine Steinmetzunternehmen, dann elf Jahre für eine Transportfirma und schließlich über zwei Jahrzehnte für einen Automobilzulieferer in Wolkersdorf, Niederösterreich. Es waren fast 150 Palletten, die ich täglich auf- und abgeladen und in andere Werksstandorte oder zu den Kunden geliefert habe. Stress und Druck sind immer hoch als LKW-Fahrer, mit täglichen Überstunden. Ich habe selten eine normale Arbeitszeit gehabt. Durch das ständige Rauf- und Runterspringen habe ich mit der Zeit starke Knieprobleme bekommen. Später ist auch noch ein Bandscheibenproblem dazugekommen.
Ich bin auch heute nicht schmerzfrei. Aber ich beklage mich nicht. Gemeinsam mit meiner Frau Anneliese habe ich ein kleines Haus gebaut. Vieles mit den eigenen Händen geschaffen. Zwei Kinder großgezogen und jetzt freue ich mich auf die Pension. Ich glaube, dass nicht viele es zusammenbringen, mehr als 45 Jahre zu arbeiten und Beiträge zu zahlen. Darum verstehe ich nicht, wie man etwa die Sektsteuer abschaffen kann, die ungefähr so viel gebracht hat, wie jetzt die Hacklerpension ohne Abschläge nun kostet. Gerade den wirklichen Arbeitern würde man wieder was wegnehmen, wenn die Abschläge wieder eingeführt werden. So eine Politik ist ungerecht. Das können nur jene wollen, die nie wirklich gearbeitet haben.

Gerhard Meisterl

Maschinenschlosser, Kärnten

Ich bin der Meinung, dass es nur gerecht ist nach 45 gearbeiteten Jahren ohne Abschläge in Pension gehen zu können.


Mein Name ist Gerhard Meisterl. Ich habe im August 1973 als Maschinenschlosser bei einer Maschinenbaufirma meine berufliche Karriere begonnen. Ich bin verheiratet und wohne in Ebenthal in Kärnten. Nach der Lehre hatte ich die Möglichkeit, im Betrieb weiter zu arbeiten. Im Laufe der vergangenen Jahre habe ich auch Schichtarbeit geleistet. Am Anfang meines Berufslebens stand die körperliche Belastung im Vordergrund, zum Schluss waren es eher die geistige Anstrengung und die enorme Arbeitsbeschleunigung, die sehr belastend waren. Ich bin der Meinung, dass es nur gerecht ist, nach 45 gearbeiteten Jahren ohne Abschläge in Pension gehen zu können. Ich finde es sogar wichtiger, dass man unabhängig vom Alter nach 45 Arbeitsjahren ohne Abschläge in Pension gehen kann!

Franz Humer

Schweißer, Oberösterreich

Durch die Abschaffung der Abschläge habe ich auch in meiner Pension ein menschenwürdiges Einkommen.

Mein Name ist Franz Humer, ich bin Jahrgang 1957. Ich habe mein Arbeitsleben immer gearbeitet. Durch die Abschaffung der Abschläge habe ich auch in meiner Pension ein menschenwürdiges Einkommen. Nach meiner Bäckerlehre habe ich zwei Jahre als Geselle gearbeitet. Bei diesem Beruf liegt die Arbeitszeit in der Nacht. Das ist nur schwer mit dem Privatleben zu vereinbaren. Die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist schwierig. Wenn ich gearbeitet habe, hat mein Umfeld geschlafen. Wenn ich geschlafen habe, war mein Umfeld wach. Darum wollte ich eine Arbeit in einer anderen Branche. Ich habe mich weitergebildet und die Schweißerprüfung absolviert. Ab 1979 arbeitete ich bei einem Unternehmen im Hausruckviertel in Oberösterreich und war bis zu meiner Pensionierung als Schweißer tätig. Dies hieß auch Schicht- und Akkordarbeit.

Helmut Samer

Werkzeugmacher, Burgenland

Ich verstehe nicht, warum man Menschen bestrafen will, die wirklich lange gearbeitet haben. 45 Jahre arbeiten sollten genug sein.

Mit 15 Jahren habe eine Lehre als Betriebsschlosser in Stegersbach begonnen. Täglich bin ich 15 Kilometer mit dem Moped zur Arbeit gefahren. Auch im Winter. Nach der Lehre habe ich die Gesellenprüfung erfolgreich abgeschlossen. Anschließend war ich für sechs Monate beim Bundesheer, die ja bei der Hacklerregelung nicht angerechnet werden.
Danach habe ich eine Firma in meiner Gemeinde gefunden und bis zum Konkurs als Facharbeiter im Schichtbetrieb gearbeitet. Ich hatte aber Glück im Unglück und konnte gleich bei einer Fahrzeugteilefirma als Werkzeugmacher weitermachen. Einige Jahre später wurde ich dort auch Betriebsrat und habe dann bis zu 470 Kollegen in drei Schichten betreut. Mein Arbeitsbeginn war vor sechs Uhr früh, um noch die Kollegen der Nachtschicht zu erreichen. Ich war dann oft bis in den Nachmittag hinein im Betrieb, bis die zweite Schicht dran war. Zusätzlich habe ich bis zuletzt etwa die Firmenautos in Schuss gehalten.
Jetzt freue ich mich aber, die Zeit in meiner Pension mit meiner Frau Christine und meinen beiden Enkelkindern Lena und Michael zu teilen. Eine Abschaffung der Hacklerregelung würde aber meine Pension um ca. 400 Euro brutto vermindern. Das ist viel Geld für mich und ich verstehe nicht, warum man Menschen bestrafen will, die wirklich lange gearbeitet haben. 45 Jahre arbeiten sollten genug sein.

Karl Schranz

Qualitätskontrolleur, Niederösterreich

Ohne die abschlagsfreie Pension hätte ich im Monat 200 Euro weniger zur Verfügung.

Mein Name ist Karl Schranz, ich komme aus Pernitz in Niederösterreich und bin 62 Jahre alt. 1973 habe ich zu arbeiten begonnen und bin 46 Jahre in der gleichen Firma geblieben. In der Papierfabrik, in der ich tätig war, habe ich als Schichtlaborant begonnen. 20 Jahre lang habe ich Schichtarbeit verrichtet, meine Tätigkeit bestand in der Überprüfung von Produkten wie Servietten oder Taschentüchern. Dann war ich in der Qualitätskontrolle als interner Auditor tätig. Damals wurde mir ein Angestelltenverhältnis vorgesehen, zu dem ist es aber nie gekommen. 15 Jahre lang habe ich mich selbst als Arbeiterbetriebsrat engagiert. In den letzten Jahren meiner Berufstätigkeit habe ich gemerkt, dass die psychische Belastung und der Druck gestiegen ist. Und auch körperlich spürt man, dass man mit den Jüngeren nicht mehr so mithalten kann. Deshalb habe ich die Hacklerregelung in Anspruch genommen und bin mit 1. Jänner 2020 in den Ruhestand getreten. Ich freue mich darauf, mehr Zeit mit meiner Familie und in meinem Garten verbringen zu können. Ohne die abschlagsfreie Pension hätte ich im Monat 200 Euro weniger zur Verfügung. Dass jetzt davon gesprochen wird, die Hacklerregelung wieder abzuschaffen, führt vor allem zur Verunsicherung bei den Jüngeren. Jeder, der 45 Jahre gearbeitet hat, hat sich die abschlagsfreie Pension verdient. Das ist nur gerecht!

Edmund Tremmel

LKW-Fahrer, Burgenland

47 Jahre täglicher harter Arbeit müssen doch genug sein.

Ich heiße Edmund Tremmel. Wenn ich mit 1. August 2021 in Pension gehe, habe ich 47 Jahre gearbeitet. Das bringen nicht mehr sehr viele zusammen – 47 Arbeitsjahre! Daher wären Pensionsabschläge, nur weil ich vor dem 65sten gehe, ungerecht. Ich würde 500 Euro brutto weniger haben. Das ist sehr viel Geld für mich. Ich verstehe daher nicht, warum es scheinbar für Konzerne immer was gibt, aber den Arbeitern soll sogar die Pension gekürzt werden.
Ich war vier Jahre in der Lehre und bin gelernter Kunsteinerzeuger und Terrazzoleger. Ich bin dann zwei Jahre für ein Transportunternehmen gefahren und seit 40 Jahren beim Umweltdienst Burgenland tätig. Im Juli 1981 habe ich dort angefangen und habe am Beginn 6.000 Schilling im Monat verdient. Das sind umgerechnet 440 Euro. Ich habe in der Werkstatt gearbeitet auf der Deponie, die Müllentsorgung im Burgenland mit aufgebaut. Die letzten 25 Jahren war ich LKW-Fahrer. Das ist gerade im Winter nicht immer angenehm, wenn man bis zu sechs Mal am Tag bei Eiseskälte die Schneeketten montieren und wieder runternehmen muss.
Jetzt will ich zusammen mit meiner Frau in unserem Haus im Bezirk Oberwart meine Pension genießen. Am Wochenende auf den Fußballplatz gehen, um unsere Mannschaft anzufeuern, oder mich um das Enkelkind kümmern. 47 Jahre täglicher harter Arbeit müssen doch genug sein.

Gottfried Zach

Personalverrechner, Steiermark

Es geht mir um ein Stück Gerechtigkeit. Die Pensionsabschläge dürfen nicht wieder eingeführt werden.

Ich bin Gottfried Zach und werde mit 1. November 2020 in Pension gehen. Dann habe ich abzüglich der Zeit beim Bundesheer ohne Unterbrechung 46 Jahre gearbeitet und in das Pensionssystem einbezahlt. Ich habe bei der damaligen Steyr-Daimler-Puch AG den Beruf des Industriekaufmannes erlernt. Seit 1977 bin ich als Personalverrechner tätig.
Jetzt freue ich mich, dass ich endlich ein wenig mehr Zeit für meine Familie und meine Hobbys habe. Aber ganz klar, das Wichtigste ist die Gesundheit. Darum empfinde ich auch die Abschaffung der Abschläge mehr als gerecht, denn in manchen Berufen können die Menschen einfach viel länger als bis 62 oder 63 durchhalten.
Mir kommt vor, dass es dem derzeitigen Bundeskanzler manchmal lieber wäre, wenn die Menschen so lange arbeiten, bis sie nicht mehr können. Damit man gar keine Pension mehr auszahlen muss. Bei manchen Parteien zählt die Arbeiter- und Angestelltenschaft eben überhaupt nichts mehr. Dass sind nur reine Wirtschaftsparteien, bei denen nur die großen Konzerne zählen. Ich aber will eine Politik, die auch für die Arbeitnehmer was tut. Es geht mir um ein Stück Gerechtigkeit. Die Pensionsabschläge dürfen nicht wieder eingeführt werden.

Thomas Rainer

Schichtarbeiter, Kärnten

Ich habe noch einige Arbeitsjahre vor mir. Ich kann mir als Schichtarbeiter nicht vorstellen, bis 65 zu arbeiten. Darum: 45 Jahre sind genug!

Mein Name ist Rainer Thomas. Als Schwerarbeiter im vollkontinuierlichen Schichtbetrieb mit regelmäßig mehr als sieben Nachtschichten im Monat und ständiger Sonn- und Feiertagsarbeit muss es möglich sein, nach 45 Arbeitsjahren abschlagsfrei in Pension gehen zu können. Die unregelmäßigen Arbeitszeiten verursachen erhebliche gesundheitliche Probleme. Einfache Tätigkeiten, die ich als junger Arbeiter für selbstverständlich gehalten habe, fallen mir nach fast 25 Jahren als Schichtarbeiter immer schwerer. Körperliche Arbeiten müssen bei Regen, Schnee und Hitze sowie zu jeder Tages- und Nachtzeit durchgeführt werden. Schlafstörungen und Ermattung durch die Schichtarbeit wirken sich auch auf das Privatleben aus. Trotzdem bin ich in meiner Freizeit auch noch in Vereinen und sozialen Organisationen aktiv.
Ich bin Jahrgang 1970 und habe also noch einige Arbeitsjahre vor mir. Was mir zu denken gibt: Alle arbeitsmedizinischen Studien zeigen, dass Schichtarbeiter eine geringere Lebenserwartung haben als normal arbeitende Menschen. Ich kann mir als Schichtarbeiter nicht vorstellen, bis 65 zu arbeiten. Darum bin ich sogar über die Regelung sauer auf, dass Bundesheerzeiten nicht als Beitragsmonate gelten. Einige unserer Politiker sollten sich einmal fragen, wie viele Arbeiter 540 Beitragsmonate überhaupt erreichen? Wer von uns hat überhaupt das Privileg, ohne Unterbrechung und Arbeitsplatzwechsel, ununterbrochen 45 Jahre zu arbeiten? Ich möchte nach einem anstrengenden Arbeitsleben meinen Ruhestand in Würde und Gesundheit verbringen. Darum: 45 Jahre sind genug!

Walter Glanznig

Chemische Industrie

Die Abschaffung der Abschläge ist gerecht, weil 540 Beitragsmonate nur die zusammenbringen, die mit 15 Jahren zu arbeiten begonnen haben.

Die Abschaffung der Abschläge ist gerecht, weil 540 Beitragsmonate nur die zusammenbringen, die mit 15 Jahren zu arbeiten begonnen haben. Die Abschläge sind eine Strafe für eine Generation, die das System die letzten 45 Jahre getragen hat. Zusätzlich bin ich der Meinung, dass der Mangel an Geldrücklagen von der Politik verursacht wurde, deswegen müsste auch dort gespart werden. Ich arbeite seit 31 Jahren in der Chemie und wäre froh, wenn ich wenigstens mit 62 Jahren ohne Bestrafung in den Ruhestand gehen könnte.

Hubert Kolar

Betriebselektriker, Niederösterreich

Wären die Abschläge nicht abgeschafft worden, hätte ich 300 Euro netto verloren.

Mein Name ist Hubert Kolar und ich habe am 1. März meine Pension angetreten. Ich komme aus Niederösterreich, bin im Jänner 1957 geboren und war bis zuletzt in der Facharbeiterintensivausbildung des Bereichs Elektrotechnik beim BFI Niederösterreich tätig. Mein beruflicher Werdegang begann bei Semperit. Dort absolvierte ich ab 1972 eine Lehre zum Betriebselektriker, nach Abschluss der Lehre war ich in der Instandhaltung tätig und leitete die letzten zehn Jahre – vor meinem Wechsel zum BFI – gemeinsam mit einem Kollegen die Lehrausbildung im Werk Traiskirchen. Meine für den Pensionsantritt notwendigen 540 Beitragsmonate hatte ich schon mit 60 gesammelt, 2020 hat also bereits mein 48. Arbeitsjahr begonnen. Ich habe mich jetzt entschlossen, die Hacklerregelung in Anspruch zu nehmen. Wären die Abschläge nicht abgeschafft worden, hätte ich 300 Euro netto verloren, wenn ich vor dem 65. Lebensjahr in Pension gegangen wäre. Jetzt bin ich froh, dass ich nicht bis 65 arbeiten muss und Zeit gewinne, die ich mit meinen drei Enkelkindern und mit Sport verbringen kann. Sebastian Kurz regiert an der Realität vorbei, wenn er meint, die abschlagsfreie Pension wieder abschaffen oder das Pensionsalter hinaufsetzen zu müssen. Denn viele Firmen wollen einfach keine älteren Arbeitnehmer, sie sind ihnen schlicht zu teuer und oft auch nicht mehr so belastbar.

Walter Kuba

KFZ-Mechaniker, Wien

Wenn der Herr Kurz sagt, dass er die abschlagsfreie Pension ungerecht findet, muss ich ihm entschieden widersprechen.


Ich habe am 3. September 1973 bei der Firma Wolfgang Denzel in Wien 1030 meine Lehre als KFZ-Mechaniker auf den Schwer-LKW der Marke „Volvo“ begonnen. Meine Lehrzeit endete am 28. Februar 1977. Von Oktober 1977 bis Ende Mai 1978 habe ich meinen Wehrdienst beim Österreichischen Bundesheer abgeleistet. Nach dem Bundesheer bin ich bis Ende März 1990 bei der Firma Denzel geblieben. Der Job als LKW-Mechaniker war sehr schwer und kräfteraubend. Dazu kam, dass wir ein Zwei-Schicht-System hatten – einmal von 6 bis 14 Uhr und einmal von 13:50 bis 22 Uhr, wöchentlich wechselnd. In dieser Zeit habe ich viele Überstunden gemacht, da der LKW ja fahren musste, die Überstunden wurden aber korrekt und zur Gänze bezahlt. Nach ein paar kurzen Jobs bin ich dann im Oktober 1990 zur Firma Wiesenthal gekommen, wo ich Transporter, Taxis und PKW repariere. In all den Jahren habe ich mir durch die schwere Arbeit ein Rückenleiden zugezogen und hatte deswegen auch schon öfters Kuraufenthalte. Mit 1. September 2020 werde ich in die wohlverdiente Pension gehen. In der Pension freue ich mich schon darauf, nicht so zeitig (5:10 Uhr) aufstehen zu müssen. Dann kann ich auch die Dinge erledigen, wann ich will und nicht, wann es mir vorgeschrieben wird. Da ich ein Haus mit Garten habe, habe ich gleich eine „Pensionsbeschäftigung“. Durch die abschlagsfreie Pension nach 45 Arbeitsjahren habe ich ca. um 300 Euro mehr Bruttopension und kann mir daher doch etwas mehr leisten. Wenn der Herr Kurz sagt, dass er die abschlagsfreie Pension ungerecht findet, muss ich ihm entschieden widersprechen. Ich kann hier keine Ungerechtigkeit finden.

Heinz Reichenpfader

Feinmesstechniker, Wien

Wer 45 Jahre gearbeitet und Beiträge geleistet hat, darf nicht bestraft werden!

Ich bin Heinz Reichenpfader und seit 1. Jänner in Pension. Dank der Gewerkschaft ohne Abschläge. Das bedeutet für mich 250 Euro netto mehr im Monat. Ich habe insgesamt 550 Beitragsmonate geleistet, auch weil ich das Glück hatte, nie arbeitslos zu sein. Ich habe eine Lehre als Feinmechaniker in einem Wiener Elektrobetrieb absolviert. Seit 1981 war ich bei Opel in Aspern als Feinmesstechniker beschäftigt. Insgesamt war ich fast 30 Jahre im Schichtdienst und je älter man wird, hat das natürlich Auswirkungen auf den Körper. Jetzt kann ich mir die Zeit einteilen, mit meiner Familie verbringen und mir auch meine Hobbys leisten. Ich finde, dass es nach 45 Jahren Arbeit möglich sein sollte, in Pension zu gehen. Die Abschläge waren ungerecht und sind es immer noch für viele Kollegen, die vor 2020 in Pension gegangen sind. Wer 45 Jahre gearbeitet und Beiträge geleistet hat, darf nicht bestraft werden!

Johann Wimmer

Produktionstechniker, Niederösterreich

Die Wirtschaft wird ständig steuerlich entlastet wird und ausgerechnet bei der Hacklerpension wollen manche Politiker und Parteien gerne wieder den Sparstift ansetzen.

Ich heiße Johann Wimmer und bin seit 1. Jänner in Pension. Ich habe eine Lehre als Schmied absolviert und war danach für ein Jahr am Bau tätig. Wegen eines Arbeitsunfalles musste ich eine Umschulung in Wien machen. Ich habe eine HTL für Betriebstechnik abgeschlossen und war ab dem Jahr 1986 Produktionstechniker in einem Schichtbetrieb in Niederösterreich. Ich bin der Meinung, dass die abschlagsfreie Hacklerregelung nicht nur bleiben, sondern noch verbessert werden soll Denn der Präsenz- oder Zivildienst muss zwar geleistet werden, aber die Zeit wird bei der Pension nicht angerechnet. Ich ärgere mich sehr, wenn die Wirtschaft ständig steuerlich entlastet wird und ausgerechnet bei der Hacklerpension wollen manche Politiker und Parteien gerne wieder den Sparstift ansetzen. Ich finde, 45 Arbeitsjahre sind wirklich genug. Psychische und physische Belastung sind gerade in einem Schichtbetrieb enorm hoch und mit zunehmendem Alter nicht mehr so einfach verkraftbar.

Manfred Jakobitsch

Chemiearbeiter, Kärnten

Wenn man 45 Jahre seinen Beitrag geleistet hat, sollte man abschlagsfrei in die Pension gehen können.

Mein Name ist Manfred Jakobitsch, ich bin Jahrgang 1960 und komme aus Wernberg in Kärnten. Mit 15 habe ich eine Lehre zum Bäcker begonnen, die ich 1978 abgeschlossen habe. Bis 1982 blieb ich in diesem Beruf, dann wechselte ich zur Firma Zellulose Magdalen, wo ich im 4-Schicht-Betrieb arbeitete. Seit 1990 bin ich als Chemiearbeiter bei der Firma Evonik Peroxid GmbH in Weißenstein im vollkontinuierlichen Schichtbetrieb tätig. Aufgrund der langen Schichtarbeit ist mit zunehmendem Alter die physische und psychische Belastung immer schwerer zu bewältigen, auch die Schlafstörungen nehmen zu. In der Freizeit und im Familienleben müssen immer wieder Abstriche hingenommen werden. Wenn man 45 Jahre seinen Beitrag geleistet hat, davon mehr als die Hälfte in der Schwerarbeit, sollte man abschlagsfrei in die Pension gehen können. Gerecht wäre es immer, da Schichtarbeiter eine geringere Lebenserwartung haben.

Josef Pabinger

Anlagentechniker & Zentralbetriebsrat, Oberösterreich

45 Jahre sind genug für alle Kollegen, die immer auf Montagearbeiten waren.

Meine Kollegen haben recht. 45 Jahre sind genug für alle Kollegen, die immer auf Montagearbeiten waren. Jeder Montagearbeiter ist auf Baustellen immer mit neuen Gegebenheiten konfrontiert, Hitze, Kälte und Lärm ausgesetzt. Ich bin Josef Pabinger und Betriebsrat. Meine Laufbahn begann 1964 mit einer Schlosserlehre. Nach dem Bundesheer begann ich als Montagearbeiter, die erste Baustelle war in Deutschland, dann in den verschiedensten Ländern. Darum setze ich mich dafür ein, dass jeder Montagearbeiter, egal welcher Branche er angehört, auf die Liste der Schwerarbeiter gesetzt wird.

Franz Kern

Anlagentechniker, Oberösterreich

45 Arbeitsjahre sind genug für Menschen, die hart gearbeitet haben.

Mein Name ist Franz Kern. Ich bin seit 1. Februar 2020 in Pension und habe jetzt endlich Zeit, mich mehr um meine Familie zu kümmern. Während meiner ganzen Laufzeit im Betrieb war ich für eine Anlagentechnikfirma immer auf den verschiedensten Baustellen im In- und Ausland tätig. Kein leichter Job, denn die Möglichkeit nach Hause zu fahren, war nicht immer gegeben. Entweder nur alle 4 bis 8 Wochen oder von Einsätzen in China sogar nur alle 6 Monate. Weniger Geld in der Pension bedeutet auch Verzicht. Den hatte ich bereits während meines Arbeitslebens: Verzicht auf Zeit mit der Familie. Jetzt kann ich dann endlich Heimat und Familie genießen, und dies ohne Abschläge. 45 Arbeitsjahre sind genug für Menschen, die hart gearbeitet haben. Das sollen unsere Politiker bedenken, wenn sie dieses Gesetz wieder ändern wollen.

Fakten zur Hacklerregelung

Die abschlagsfreie Pension ist gerecht!

Wer bereits 45 Jahre oder mehr gearbeitet hat, gehört zu jenen Personen, die überdurchschnittlich lange ins Pensionssystem eingezahlt haben. Diesen Personenkreis mit Abschlägen bei einem vorzeitigen Pensionsantritt zu strafen, ist unfair. Viele haben in den vergangenen Jahren die Abschläge hingenommen, da sie körperlich oder psychisch am Ende ihrer Kräfte waren und deshalb vorzeitig in den Ruhestand gewechselt haben. Der Druck im Arbeitsleben steigt, das hat auch der Arbeitsklima Index der Arbeiterkammer Oberösterreich gezeigt. Immer weniger Menschen können sich vorstellen, ihren Beruf bis zur Pension auszuüben.

Die Hacklerregelung ist leistbar!

Ein Argument, dass häufig gegen die Wiedereinführung der Hacklerregelung gebracht wird, sind die angeblich horrenden Kosten. Seriöse Auskunft über die tatsächlich zu erwartenden Aufwendungen hat die Sozialministerin der ExpertInnenregierung, Brigitte Zarfl, in einer Anfragebeantwortung vom Dezember 2019 geliefert: Das Sozialministerium geht davon aus, dass sich die Kosten im Jahr 2020 auf 13 Millionen belaufen und dann jährlich um 26 Millionen steigen. Zum Vergleich: Die Pensionsaufwendungen betrugen laut Rechnungsabschluss der PVA allein im Jahr 2018 rund 32 Milliarden Euro. Während die abschlagsfreie Pension – trotz nachweislich geringer Kosten – als große budgetäre Belastung bezeichnet wird, verzichtet die türkis-grüne Regierung bereitwillig auf Einnahmen. So soll etwa die Schaumweinsteuer abgeschafft werden, die Einnahmen von rund 23 Millionen Euro pro Jahr bringt. Ebenso soll die Körperschaftssteuer auf 21 Prozent gesenkt werden, dadurch entfallen dem Budget jährlich 1,5 Milliarden Euro.

Das durchschnittliche Pensionsantrittsalter wird durch Hacklerregelung kaum sinken.

Die abschlagsfreie Pension kann zu Vorzieheffekten beim Pensionsantritt führen. Dem gegenüber stehen aber auch Warteeffekte. Im Jahr 2018 gab es unter den knapp 11.000 Neuzugängen in die Langzeitversichertenpension exakt 5.691 Personen, die über 45 Arbeitsjahre verfügten. Das bedeutet, dass nur rund die Hälfte aller, die die Langzeitversichertenpension in Anspruch genommen haben, auch in den Genuss der Abschlagsfreiheit gekommen wären. Für die andere Hälfte ist der Anreiz nun umso größer, noch so lange weiterzuarbeiten, bis die 540 Beitragsmonate erreicht sind.

Dass ArbeitnehmerInnen einen vorzeitigen Pensionsantritt in Anspruch nehmen, liegt oftmals auch daran, dass sie sich in ihrem Unternehmen nicht mehr wertgeschätzt fühlen. Umfragen aus dem Jahr 2019 haben ergeben, dass sich rund 15 Prozent der älteren ArbeitnehmerInnen „etwas“ oder „stark“ in Frühpension gedrängt fühlen. Will man also das tatsächliche Pensionsantrittsalter an das gesetzliche anpassen, braucht es Initiativen vonseiten der Wirtschaft, damit Unternehmen älteren ArbeitnehmerInnen ein attraktives Arbeitsumfeld bieten. Personen, die nach 45 oder mehr Arbeitsjahren in die Pension gedrängt werden, auch noch mit Abschlägen zu bestrafen, ist ungerecht.

Auch Frauen profitieren von Neuregelung!

Vizekanzler Werner Kogler hat gegen die Hacklerregelung ins Treffen geführt, dass Frauen davon nicht profitieren würden. Das ist falsch, denn in einigen Jahren werden auch Frauen die abschlagsfreie Pension in Anspruch nehmen können. Die Anpassung des Frauenpensionsalters an das der Männer beginnt schrittweise mit Jahresbeginn 2024, bis zum Jahr 2033 soll sie abgeschlossen sein. Konkret profitieren von der Abschaffung der Abschläge alle Frauen, die ab dem 2. Juni 1968 geboren wurden. Um Benachteiligungen zu vermeiden, wurde vorausschauend festgelegt, dass für die abschlagsfreie Pension auch Kindererziehungszeiten im Ausmaß von bis zu fünf Jahren bzw. 60 Monaten angerechnet werden.

Der Kampf für abschlagsfreie Pension nach 45 Arbeitsjahren für alle geht weiter!

Nach dem Beschluss der abschlagsfreien Pension für alle, die ab 1. Jänner 2020 in Pension gehen, wurde in der Nationalratssitzung am 25. September 2019 von den Abgeordneten Rainer Wimmer und Beppo Muchitsch ein weiterer Antrag eingebracht, um die bestehenden Lücken zu schließen:

  •  Neuberechnung der Pension für alle, die ab 01.01.2014 mit Abschlägen in Pension gegangen sind, obwohl sie 45 Versicherungsjahre haben und abschlagsfreie Auszahlung der Pension ab 01.01.2020
  •  Anrechnung auch der Präsenz-/Zivildienstzeiten auf die 45 Jahre
  • Ausweitung der Regelung auf BeamtInnen/Post/Bahn

Bei diesem Antrag verweigerte ÖVP, NEOS und die FPÖ ihre Zustimmung, somit konnte vor der Nationalratswahl 2019 kein entsprechender Beschluss mehr gefasst werden.

Bereits in der ersten Sitzung nach der Nationalratswahl wurde der gleiche Antrag wieder eingebracht, doch seither blockieren ÖVP und Grüne die Umsetzung.

Die Gewerkschaft PRO-GE wird weiter dafür kämpfen, die abschlagsfreie Pension für alle mit 45 Arbeitsjahren durchzusetzen – unabhängig davon, in welchem Jahr die Pension angetreten wurde.

Solidarität lohnt sich!

Wer 45 Jahre oder mehr gearbeitet hat, muss in Pension gehen können, ohne mit Abschlägen bestraft zu werden. Und es geht um Respekt vor den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die mit ihrer Leistung tagtäglich zum Wohlstand in Österreich beitragen. Lassen wir es nicht zu, dass eine Neiddebatte auf dem Rücken der ArbeitnehmerInnen ausgetragen wird. Nur wenn sich möglichst viele solidarisch zeigen, wird es gelingen, Verschlechterungen für die ArbeitnehmerInnen zu verhindern.

Mehr Infos zu Themen Schwerarbeitspension, Korridorpension, Langzeitversicherungspension („Hacklerregelung“) und Invaliditätspension gibt es hier.

Max MustermannProbe ding

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